Innovationstag 2007: Energieeffizienz und CE-Kennzeichnung

Am 28. Februar 2007 lud VARIOTEC Architekten, Händler, die Industrie sowie Türen-, Fenster- und Holzbaubetriebe zum Innovationstag in die Europahalle nach Berching ein. Dort erwartete die Gäste ein hochkarätiges Programm – von der energetischen Gebäudesanierung über die aktuelle CE-Kennzeichnung von Fenstern und Außentüren bis hin zu den Einsatzmöglichkeiten der neuen Vakuumdämmung. Mit rund 860 Teilnehmern aus 14 Ländern verzeichnete die Veranstaltung einen neuen Besucherrekord.
Bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt war die Europahalle in Berching. Der VARIOTEC-Innovationstag hatte nicht nur deutsche Händler, Architekten und Handwerker ins oberpfälzische Berching gelockt. Auch Gäste aus Tschechien, Polen, der Slowakei, Ungarn, Russland, Litauen, Rumänien, Italien, Österreich, der Schweiz und sogar aus Island waren der Einladung aus Bayern gefolgt, um sich aus erster Hand zu Themen wie der energetischen Gebäudesanierung, der CE-Kennzeichnung von Fenster- und Außentüren oder den Einsatzmöglichkeiten der Vakuumdämmung zu informieren. Mit der Begleitmesse bot das Unternehmen auch seinen Partnerfirmen die Möglichkeit, dem Fachpublikum Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren.
Energieeffizienz liegt im Trend
„Nach acht Jahren Predigen zu den Themen Energieeffizienz und Passivhaussysteme bin ich überrascht, dass nun neben den Politikern und einer breiten Medienbasis sogar die Talkshows den Begriff ‚Energieeffizienz‘ aufgegriffen haben“, erklärte VARIOTEC-Geschäftsführer Christof Stölzel in seiner Eröffnungsrede. Das Einsparpotenzial groß: In Deutschland verbrauchen 85 Prozent des Bestandes, der vor 1982 errichtet wurde, 92 Prozent der gesamten Energie aller Gebäude. „Allein in Deutschland warten 18 Millionen Wohngebäude auf die Sanierung. Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen dieser Markt bietet! Wir zeigen Ihnen heute, wie das geht“, versprach Stölzel.
Energiesparen wird zur Pflicht
Dass das Thema energiesparendes Bauen immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt, erläuterte Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner, Baudirektor im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Er spannte den Bogen von der Energiesicherheit über die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) bis hin zu den Förderprogrammen der Bundesregierung zur energetischen Gebäudesanierung. „Klimaschutz heißt vor allem Energiesparen. Ein Ziel der EU-Kommission lautet, ab 2015 den Passivhausstandard zur Pflicht zu machen“, verriet der Ministeriumsvertreter. Die EnEV-Anforderungen stellten lediglich ein Mindestlevel dar. „Zukunftsfähig werden wir nur sein, wenn die Mindestanforderungen 30 Prozent unter den heutigen Werten liegen. Deshalb wird die EnEV in den nächsten zwei Jahren dahingehend überarbeitet“, verdeutlichte Hegner.
Sanierung mit Bedacht
Wie zukünftige Nutzungs- und Betreiberkonzepte im Mietwohnungsbau aussehen könnten, veranschaulichte Dipl.-Bw. Peter H. Richter, Geschäftsführer der wbg Nürnberg GmbH Immobilienunternehmen. Angesichts rückläufiger Geburtenraten, sich verändernder Lebensgewohnheiten und der immer älter werdender Bevölkerung müssten auch Vermieter über nachhaltige Modelle nachdenken. „Energieeinsparung ist für uns ein wichtiges Thema in der Gesamtbetrachtung, denn gerade für finanziell schwächer gestellte Mieter stellen die Nebenkosten ein Problem dar.“ In mehreren Modellprojekten hat die wbg in den letzten Jahren einigen ihrer Bestandsbauten zum Passivhausstandard verholfen. „Im Durchschnitt liegen die eingesparten Heizkosten für unsere Kunden je modernisierter oder umgebauter Mieteinheit etwas über 400 Euro pro Jahr“, sagte Richter. Damit bleibe das Wohnen auch bei steigenden Energiepreisen bezahlbar.
Mit der Sanierung, Renovierung und Modernisierung (San-Re-Mo) von Altbauten beschäftigte sich auch Dipl.-Ing. Ulrich Zink in seinem Vortrag. Der Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung e.V. (BAKA) erläuterte am Beispiel der Villa Seeblick im mecklenburgischen Heringsdorf, wie sich durch die Sanierung der Energieverbrauch eines Baudenkmals von 45 Litern Heizöl pro Quadratmeter im Jahr um den Faktor 10 verringert hat. „Instrumente wie die Schwächen-Stärken-Analyse ‚Idial‘ oder die Bauschadensdatenbank ‚Schadis‘ bieten dabei ein hohes Maß an Sicherheit in der Gebäudediagnose“, warb Zink für die Programme.
Stolperfalle CE-Kennzeichnung
Einen großen Stellenwert räumte VARIOTEC dem Thema CE-Zertifizierung ein. Mit Inkrafttreten der europäischen Vorschrift DIN EN 14351-1 am 1. Februar 2007 können Fenster und Außentüren nun mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet werden. Spätestens ab Februar 2009 müssen alle Anbieter ihre Produkte mit dem Konformitätssymbol der EU versehen. Dadurch werden Produkte zum einen in Europa frei handelbar, zum anderen deren Leistungseigenschaften vergleichbar. Dipl.-Ing. (FH) Andreas Matschi, Leiter der Zertifizierungsstelle und des Brandschutzzentrums ift in Rosenheim, erläuterte, wie aufwändig der Weg zum CE-Zeichen sein kann. Von der Erst-Typprüfung (ITT) bis hin zur werkseigenen Produktionskontrolle (WPK): Gerade für viele kleinere Türen- und Fensterbaubetriebe ist die Umsetzung oft ein finanzieller und personeller Kraftakt, denn die Prüfungen bereits eines Bauteil kosten mehrere tausend Euro und verlangen eine Unmenge an Schriftverkehr.
Prof. RA Christian Niemöller, Berater des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. in Frankfurt am Main (VFF), warnte davor, die Kennzeichnung von Fenstern und Außentüren auf die leichte Schulter zu nehmen: „Kennzeichnen Sie Ihre Produkte unberechtigt mit dem CE-Zeichen oder machen Sie unzutreffende Angaben, können diese Ordnungswidrigkeiten mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden.“ Selbst die fehlende Kennzeichnung könne bereits zur Strafe führen. Kritisch kann es auch für Architekten und Planer werden, wenn die ausgeschriebenen Leistungen erst nach dem 1. Februar 2009 ausgeführt werden. Fehlt dann das CE-Zeichen, oder geht der Lieferant in die Insolvenz, verbleibt das gesamte Risiko beim Architekten.
Maßgeschneiderte CE-Lösungen
Damit Türen- und Fensterbaubetriebe beim Thema CE-Zertifizierung von Fenstern und Außentüren nicht ins Stolpern geraten, bietet VARIOTEC seinen Partnern zahlreiche maßgeschneiderte Lösungen an. Prokurist Erich Bauer-Ebenhöch und Dipl.-Ing. (FH) Dirk Franz erläuterten das Konzept: „Mit dem CE-Cascading-Konzept für Außentüren bieten wir Herstellern, Händlern, und Montagebetrieben vier Möglichkeiten an, die notwendige CE-Konformität für ihre Produkte zu erreichen.“ Vom Einsatz des VARIOTEC-Normfalzes in der eigenen Türen- und Fensterfertigung bis hin zur CE-konformen Komplettlösung all-inclusive reicht das Spektrum. Die Fertigungstiefe bestimmt jeder Hersteller selbst.
Nutzt ein Betrieb das Komplettpaket, spart er sich nicht nur sämtliche Kosten für die Prüfungen, sondern übertrifft sogar die Grundanforderungen aus der DIN EN 14351-1. VARIOTEC hat sämtliche Nachweise für die CE-Konformität sowie die umfassenden Zusatzeigenschaften wie hygrothermisches Stehvermögen, Einbruchhemmung, Dauerfunktion, Passivhaustauglichkeit oder Rauch- und Feuerschutz an seinen Außentüren erfolgreich abgeschlossen. Unter der Marke „Die meisterliche Tür“ können Handwerksbetriebe völlig neutral mit Ihren Leistungen beim Kunden werben. Neben dem Marketingpaket d-pac bietet VARIOTEC seinen Partnern außerdem den passenden Internetauftritt an, der sich individuell an die Bedürfnisse des Handwerksbetriebes anpassen lässt.
Jürgen Eberlein, Bereichsleiter Passivhaus, erläuterte das CE-Cascading für Passivhausfenster. Neben den verschiedenen Varianten des zertifizierten Passivhausfensters Energyframe stellte Eberlein auch eine 4,40 m × 3,11 m große Fensterwand mit einem UW-Wert von 0,72 W/(m2K) vor, mit der sich dieser Energiestandard erreichen lässt. Mit den zwei neuen Broschüren „VARIOTEC – das bessere System – mehr als nur CE durch das VARIOTEC Cascading-Verfahren“ und „Heureka“, dem umfassenden Tür- und Fensterkompendium, bot der Neumarkter Systemgeber seinen Gästen die Möglichkeit, das Gelernte gleich zu vertiefen. Architekten sind beim oft sehr langen Planungsvorlauf gut beraten, bereits jetzt die VARIOTEC-CE-Systeme in punkto Außentüren und Passivhausfenster zu berücksichtigen. Damit vermeiden sie unnötige Risiken.
Problemlos Baukörperanschlüsse beurteilen
Um Architekten sowie Fenster- und Türenbauern die Planung von Baukörperanschlüssen zu erleichtern, stellte Dirk Sommer, ö.b.u.v. Sachverständiger und Gebäudeenergieberater, sein jüngstes Werk, den VARIOTEC-Planungsatlas „IN ISOTHERMEN VERITAS“, vor. Anhand von 129 energetisch bewerteten Baukörperanschlüssen mit 258 Detailberechnungen aus den Bereichen Neubau, Sanierung und Spezialaufgaben lässt sich damit bereits im Vorfeld abschätzen, welche Wärmeverluste sich an Fenster- und Türenanschlüssen einstellen, ohne eigene Berechnungen durchführen zu müssen. Erstmals zeigt ein Wärmebrückenatlas die Temperaturverläufe von Fenster- und Türenanschlüssen nicht nur im Horizontalschnitt, sondern von allen drei relevanten Seiten. „Der Planungsatlas liefert Ihnen nicht nur die Isothermenverläufe, Kennwerte wie die kritische Temperatur oder den längenbezogenen Wärmebrückenverlustkoeffizient Ψ, sie bekommen auch ein Gespür dafür, in welche Ebene Fenster gehören, wie groß Wärmeverluste sind und wie sich die Oberflächentemperaturen je nach Einbausituation verhalten“, erklärte Sommer. Das Buch ist bei VARIOTEC zum Preis von 138 Euro erhältlich. Die CD-ROM mit der Möglichkeit des CAD-Downloads, zusätzlichen Planungs- und Ausschreibungsunterlagen und der Wärmebrückendarstellung kann ebenfalls zum Preis von 138 Euro bestellt werden.
VIP als Problemlöser
Dipl.-Ing. (FH) Martin Forstner widmete sich dem Thema Vakuum-Isolationspaneele (VIP). Die Hightech-Isolierung kam erstmals großflächig im VARIOTEC-Nullheizenergiehaus in Voggenthal zum Einsatz. Integriert in das Quasa-Holz-Beton-Bausystem lassen sich damit bei Bauteildicken von 40-200 mm U-Werte von 0,06 W/(m2K) erzielen. Die High-Tech-Dämmung ist auch als Problemlöser in der Sanierung einsetzbar. „Vor allem die geringe Dicke im Zusammenhang mit den hervorragenden Isolationseigenschaften prädestiniert die Dämmung für den Einsatz in der Altbausanierung“, erklärte Forstner. Ob an Rollladenkästen, durchlaufenden Balkonplatten oder als Innendämmung, der Einsatz von VIP löst viele Probleme auf elegante Weise. Für die Entwicklung hatte VARIOTEC auf der Fachmesse BAU 2007 den begehrten Preis „Produktinnovation Bauen im Bestand 2007“ erhalten. Die VARIOTEC-Dokumentation „Veni-Vici-Vip“ erläutert, welche Einsatzmöglichkeiten das Raum sparende Dämmsystem bietet.
Ausblick Innovationstag 2008
Mit seinem vierten Innovationstag demonstrierte VARIOTEC, warum dem Markt energieeffizientes Bauen eine goldene Zukunft bevorsteht. Mit den Lösungen aus Neumarkt sind Planer, Architekten und Handwerker für die anstehenden Aufgaben bestens gerüstet. Davon konnten sich die 864 Teilnehmer in Berching überzeugen. VARIOTEC-Geschäftsführer Christof Stölzel ließ es sich nicht nehmen, bereits für den nächsten Innovationstag zu werben. Voraussichtlich Anfang 2008 werden dann Themen wie „Funktioniert das Nullheizenergiehaus wirklich?“, „Vakuum in der Innendämmung“ oder „Umwelt-Produktdeklaration gemäß EU-TC 350“ zur Diskussion stehen.
Vortrags-Downloads