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Innovationstag 2006: Energieeffizient bauen


Dem energieeffizienten Bauen gehört die Zukunft. Beim Innovationstag am 23. Februar 2006 in der Berchinger Europahalle brachte VARIOTEC dieses spannende Thema Architekten, Handel sowie Türen-, Fenster- und Holzbauern mit hochkarätigen Vorträgen näher. Seit seiner Gründung beschäftigt sich das Neumarkter Unternehmen mit energieeffizienten Produkten. Was vor sechs Jahren mit der Türen- und Fensterproduktion für Passivhäuser begann, setzt der mittelständische Spezialist für Sandwichprodukte konsequent mit der Entwicklung zertifizierter Passivhaussysteme fort.

Schwerpunkt Energieeffizienz

Prof. Robert Hastings von der Schweizer Architektur, Energie & Umwelt GmbH aus Wallisellen begab sich mit seinem Vortrag „Solares Bauen“ auf eine Zeitreise durch die Solararchitektur vom Jahr 1900 bis in die Zukunft. Dabei demonstrierte er unter anderem das enorme Einsparpotenzial durch den Einsatz von Türen-Fenster-Fassaden oder Holzelementen.

Dirk Sommer, Sachverständiger für Fenster, Türen und Fassaden aus Berlin, stellte den Gebäudeenergiepass vor, der nun auch für Bestandsbauten zur Pflicht wird. Eigentümer müssen potenzielle Käufer oder Mieter künftig bei Bau, Vermietung oder Verkauf von Gebäuden anhand des neuen Dokuments  über den Energieverbrauch ihrer vier Wände aufklären. Zudem verrät der Pass, mit welchen Sanierungsmaßnahmen sich die Energieverschwendung reduzieren lässt. In diesem Ausweis stecken nicht nur für Handel, Industrie und Handwerker, sondern auch für Architekten große Auftragschancen in der Energieberatung und sich anschließende Sanierungsvorhaben.

Schwachpunkt Marketing – Erfolg mit d-pac

Türenbauer, Schreiner- und Tischlermeister haben es schwer. Dort, wo vor Jahren noch die Telefonleitungen heiß liefen, weil Kunden dringend meisterliche Beratung zum Thema Tür oder Türensanierung suchten, kämpfen die „Helden von einst“ nun mit Baumärkten, Großhändlern und Co. um Aufträge. Das Problem liegt in den fehlenden Marketingkonzepten der Handwerksbetriebe, fand VARIOTEC heraus. Mit seinem „d-pac“ bietet das Neumarkter Unternehmen ein durchdachtes, firmenneutrales und auf Handwerksbetriebe abgestimmtes Marketingkonzept an.

Das Rezept heißt: Erstkontaktprospekt, Türhänger und Hochglanzkatalog mit Preisliste. Damit gelingt dem Handwerker der erfolgreiche Kontakt zum Kunden. Er kann über VARIOTEC entweder den Rohling, eine CNC-bearbeitete oder die einbaufertige „meisterliche“ Tür im All-Inclusive-Paket beziehen. Ein Türenpass besiegelt die Partnerschaft mit dem Kunden. Die ersten Erfolge sind viel versprechend. Mit dem Konzept steigerten die teilnehmenden Betriebe ihre Verkaufsquote von einem auf elf Prozent. Fritz Nützel von der Firma Concept stellte die neuen Marketinghilfen vor.

Wie der Kunde „tickt“, verriet auch Katja Weingartz von der Unternehmensberatung Schmitz & Weingartz aus Krefeld in ihrem Vortrag. Neben den Erfolgsfaktoren im Kundenkontakt vermittelte die Verkaufsexpertin allen „Marketingmuffeln“ aus Handwerk und Handel wertvolles Wissen rund um das Thema Verkauf.

Im Zeichen der CE-Normen

Europa hält ab 2006 sowohl im Fenster- als auch im Türenmarkt Einzug. Ab dem zweiten Halbjahr 2006 müssen sämtliche dieser Bauteile nach der neuen DIN EN 14351:2006 geplant sein. Was mit der neuen Norm auf Architekten, den Handel und Verarbeiter zukommt, verriet VARIOTEC-Geschäftsführer Christof Stölzel. Bereits seit 2005 hat VARIOTEC seine gesamten Fenster- und Türenprodukte nach den europäischen Vorgaben zertifizieren lassen. Außerdem erfuhren die Teilnehmer, warum Tropenholz seit kurzem in Form von „TOLwood“ aus der Oberpfalz kommt. Was es mit den rechtlichen Hintergründen des CE-Zeichens für Fenster und Außentüren außerdem auf sich hat, erläuterte Dr. Philipp Plathner vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim.

Effizient mit Vakuum gedämmt

Ende 2004 erblickten die Vakuum-Isolations-Paneele (VIP), eine Dämmung auf Vakuumtechnologie, das Licht der Welt. Damit brachte VARIOTEC ein Hightech-Produkt auf den Markt. Die ersten Praxistests am Projekt Nullheizenergiehaus zeigten, dass mit den auf VIP-Technologie basierenden Qasa-Bauelementen keines der bis dahin üblichen Probleme mit Vakuumdämmung wie Leckagen, Wärmebrücken oder Beschädigungen mehr auftritt. Ein weiterer Vorteil: Beim Einsatz der passivhaustauglichen Elemente verbuchen Bauherren Nutzflächengewinne von bis zu zehn Prozent gegenüber herkömmlichen Dämmsystemen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, etwa bei teuren Grundstücken. Selbst in der Sanierung bestehender Gebäude spielt das System seine schlanke, aber hoch dämmende Wirkung aus. Während des Innovationstages vermittelte Architekt Martin Forstner seine Erfahrungen im Bau mit VIP- und Qasa in Neubau und Sanierung.

Sanieren mit Faktor 10

Etwa 40 Prozent des gesamtdeutschen Endenergiebedarfs resultieren aus Raumbeheizung, Warmwasseraufbereitung und Strombereitstellung in Gebäuden. Angesichts steigender Energiekosten und aus Gründen der CO2-Reduktion ist es sinnvoll, diesen Anteil zu reduzieren. Die Zukunft liegt in der Sanierung des baulichen Bestandes. Ob Gründerzeitvilla, Nachkriegsbau oder Betonsilo der 70er und 80er Jahre: Dass eine 90-prozentige Verbrauchsreduzierung bei nahezu allen Gebäudetypen technisch und ökonomisch möglich ist, erläuterte Dr. Burkhard Schulze Darup in seinem Vortrag. Den Beweis dazu erbrachte das von der Bundesstiftung Umwelt geförderte Forschungsvorhaben „Energetische Gebäudesanierung mit Faktor 10”.

Referenten und Vorträge

  • Prof. Robert Hastings, Dipl. Architekt SIA: Eine Zeitreise durch die Solararchitektur. Die Entwicklung von 1900 bis in die Zukunft
  • Dirk Sommer, Sachverständiger für Fenster, Türen, Fassaden: Neue Service- und Dienstleistungskonzepte für Architekten und Planer am Beispiel „Energiepass“
  • Fritz Nützel, Concept: Erfolgreiche Vertriebsstrategien für VARIOTEC-Lizenz- und Systempartner
  • Dr. Burkhard Schulze Darup, Architekt: Energetische Gebäudesanierung mit Faktor 10: Analysen – Wirtschaftlichkeit – Umsetzungsstrategien
  • Christof Stölzel, VARIOTEC: Ausschreibungsgrundlagen auf Basis neuer EN-Normen für Außen-, Spezial- und Funktionstüren bzw. Passivhausfenster, inklusive Isothermen-Baukörperanschlüsse, integriert in Musterwandaufbauten. Neue vernetzte Holzarten, Tropenholz aus der Oberpfalz
  • Martin Forstner, Architekt: VIP und Qasa – Anwendungsbeispiele im Holz- und Betonfertigbau und Erfahrungsberichte mit Vakuum-Isolations-Paneelen in Neubau und Sanierung
  • Katja Weingartz, Unternehmensberaterin: Wie tickt der Kunde? Erfolgsfaktoren im Kundenkontakt. Der unerkannte Wandel in unserer Gesellschaft: Wie Sie dem neuen Konsumenten erfolgreich begegnen können
  • Dr. Philipp Plathner, ift Rosenheim: CE-Zeichen für Fenster und Außentüren : Ausschreibungs- bzw. Kennzeichnungspflicht ab 2006, was ist zu tun?

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